OODA-LOOP

Der OODA-Loop ist ein militärisches Informationsstrategiekonzept und definiert eine Entscheidungsschleife (engl. Loop). Entwickelt wurde das Konzept in den 50er Jahren von dem Militärstrategen und US Colonel John Richard Boyd (US Air Force). Im Bereich der Selbstverteidigung sind schnelles und überlegtes Handeln wichtige Schlüsselfaktoren, wenn es darum geht, Gefahrensituationen zu meistern. Die Reaktionsschnelligkeit hängt von der Geschwindigkeit unseres OODA-Prozesses ab. Das Wissen über die Vorgänge innerhalb der Entscheidungsfindung kann von uns sowohl für eigene Optimierungsvorgänge, als auch zur psychologischen Paralyse des Angreifers verwendet werden.

Grundmodell:

OODA-Loop

Observe (beobachten)

In der ersten Phase werden Reize über unsere Sinnesorgane aufgenommen und über die Nervenbahnen an unser Gehirn weitergeleitet.

Problematik:
Ist die Aufnahmefähigkeit unserer Sinnesorgane eingeschränkt (wegen Dunkelheit, grellem Licht oder einem sehr lauten Umfeld), ist eine effektive
Reizverarbeitung von vorn herein nur bedingt möglich. Kurz gesagt: Wir können nur auf das reagieren, was wir auch wahrnehmen!

ALPHA:
ALPHA wurde berücksichtigend darauf so konzipiert, dass es auch dann noch bestmöglich funktioniert, wenn unsere Sinnesorgane (Augen und Ohren) nicht mehr optimal mitspielen.

Orient (orientieren)

In der zweiten Phase sortiert unser Gehirn die empfangenen Reize nach Art, Quantität und Qualität.

Problematik
Sind wir zum Beispiel Aufgrund von Unaufmerksamkeit, Ablenkung, Ermüdung oder Verwirrung auf einen eingehenden Reiz nicht vorbereitet (oder müssen  sehr viele Reize zeitgleich verarbeiten werden), können diese Umstände unsere Verarbeitungsphase erheblich ins Stocken bringen.

ALPHA
ALPHA ist so gut wie nicht fintenanfällig, da es nahezu unabhängig der gegnerischen Aktionen arbeitet.

Decide (entscheiden)

In dieser Phase wird die Bearbeitungsreihenfolge bezüglich der eingegangenen Informationen abhängig von der Dringlichkeit festgelegt und die Entscheidung getroffen, auf welche Art bzw. in welcher Form wir darauf reagieren.

Problematik
Je mehr Auswahlmöglichkeiten uns zur Verfügung stehen, desto länger dauert auch der Entscheidungsprozess (Hick’s Law 1952).

ALPHA
Im ALPHA wissen wir in aller Regel schon bevor der Angreifer überhaupt seinen Angriff startet, wie wir darauf antworten werden. Hier helfen uns unter anderem SOP’s (Standard Operating Procedures). Außerdem nutzen wir nur eine handvoll Taktiken und Techniken, die einen sehr universellen Charakter besitzen.

Act (handeln)

In der letzten Phase werden Befehle vom Gehirn über die Nervenbahnen zu den Muskeln gesendet.

Problematik
Je schlechter unser physischer Zustand ist, desto schlechter in aller Regel auch die Bewegungsausführung. Je komplexer und genauer ein Bewegungsablauf ist, desto länger dauert auch die Programmierung.

ALPHA
ALPHA verwendet – um Programmierungsprozess sowie Bewegungsausführung optimal zu halten – Kampftechniken, die dem natürlichen Reaktions- und Bewegungsmuster entsprechen. Unnatürliche, zu komplexe und einstudierte Bewegungsabläufe werden hier kaum noch umsetzbar sein!

Das Wissen über die aufgezeigten Phasen und die entsprechenden Manipulationsmöglichkeiten können wir für uns nutzen bzw. gegen unseren Angreifer ausspielen. Ziel ist aber nicht, alleine den OODA-Prozess schneller zu durchlaufen oder den Angreifer in seinem Denk- und Handlungsprozess zu manipulieren. Ziel ist in erster Linie, eine ernste Gefahr so schnell wie möglich erfolgreich unter Kontrolle zu bringen!

ACHTUNG
Die unbekannte Größe Stress (damit verbunden auch Angst) kann unser Verhalten, sprich unsere Wahrnehmung, Psyche, unsere Entscheidungen und unsere Motorik negativ beeinflussen.